Beispiele aus der Praxis

AGGRESSIONEN ZUM PARTNER

Aggressionen zum Partner hängen häufig mit Bindungen zum Tierhalter zusammen.

Eifersucht und Besitzrecht ist bei Papageien in menschlichen Gemeinschaften sehr häufig anzutreffen.

Durch einen gezielten Therapieplan, verbunden mit einem verändertes Verhalten des Tierhalters oder anderer betroffener Personen, kann man Abhilfe schaffen.

Die abgebildete aggressive Henne der Grauen, musste erst einmal in eine Distanz zum Tierhalter und einem Familienangehörigen gebracht werden, bevor wir das Pendel zurückschlagen ließen, zu Gunsten des Hahnes.
Auch das Dauerrupfen der Henne hat sich erheblich gebessert!

Schön zu sehen, wie sich die Vögel endlich annähern und keine Abhängigkeiten für Halter und Angehörige schaffen.

WAS LÄNGER WÄHRT...

Im Juli des letzten Jahres stellten wir "Feline" auf ihrer Fahrt zu einem neuen Partner vor.

Wir versprachen über den weiteren Verlauf zu berichten.

Dem wollen wir heute gerne nachkommen.

Wir haben beiden Vögeln dazu ausreichend Zeit eingeräumt, da hier durch Ungeduld oder Einmischung der Tierhalter/in häufig die ersten Fehler gemacht werden.

Wir gehen in einzelnen kleinen therapeutischen Schritten vor und planen Charakter, Verhalten sowie jeweilige Bindungen zu Menschen mit ein.

Dies betrifft vor allem die Zusammenführung, die in mehreren Stufen abläuft.

Hierbei ist es sehr wichtig,dass man sich streng an unsere Anweisungen hält, dies betrifft selbstverständlich auch andere Familienangehörige.

So werden evtl. Rückschritte vermieden, dass sich keine anderen Ventile öffnen, die dann leicht zu einem unerwünschten Verhalten führen können!

Eine direkte Zusammenführung, in dem der "Neu-Vogel" gleich neben den bereits vorhandenen Papagei platziert wird, lehnen wir ab.

Es hat sich häufig gezeigt, dass dies hier als ein direkter "Einbruch" in das gewohnte Umfeld

empfunden wird.

Das kann zu Missverständnissen und Aggressionen führen, die nicht sein müssen und den Weiterlauf erst einmal einschränken könnten!

Im Gegenteil, wir beginnen immer erst ohne Sichtkontakt sondern lediglich in Hörweite, um den Anreiz zu erhöhen. Außerdem haben wir nach jedem Schritt die Möglichkeit das jeweilige Verhalten zu analysieren, um den weiteren Weg in die richtige Richtung zu gestalten.

So sind Feline und Robbi gut zusammen gekommen!

Wir wünschen Beiden alles Gute für Zukunft.

Norbert Adler

Tier & Mensch -Franziskushilfe e.V.

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LIEBE AUF DEN ZWEITEN BLICK...

CHARLY brauchte dringend einen Partner!

Sie lebt seit 7 Jahren in einem engen Familienanschluss. Durch eine Erkrankung des Halters, die eine vorrübergehende motorische Störung des Bewegungsablaufs zur Folge hatte, wurde die Arahenne zusehends aggressiver!

Aus Gründen der artgerechten Paarhaltung sowie durch die stark veränderte Lebenssituation aufgrund der Erkrankung, möchte Fam. H. die Arahenne nicht weiter allein halten. Das ist auch richtig so!

 

Sie lebt eigentlich hauptsächlich frei, ansonsten in einer großen Voliere und hat eine Halle zum Freiflug zur Verfügung.

Wir suchten daher für sie einen Arahahn aus dem Tierschutz.

So kam Pedro, ein dunkelroter Hahn aus München zu Charly.

 

Das heißt nicht, dass ein großes Interesse der Henne an Pedro war,

aber allein durch die Anwesenheit des neuen Hahns konnten wir erstmal vom Halter ablenken und hatten mehr Zeit zur Gewöhnung von Charly an die veränderte Motorik ihres Eigentümers.

 

Die Bindung der Henne an ihre Familie war ausgesprochen stark und wir begannen erst einmal mit einer behutsamen Loslösung von ihren Menschen, die schon besitzergreifend war.

Dies muss immer sehr vorsichtig und in kleinen Schritten geschehen!

Dabei war der Hahn sehr interessiert an ihr und wir mussten auch hier für eine langsame Annäherung sorgen, um einen zu starken „Einbruch„ in die Welt der Henne zu vermeiden.

Hier werden oft von Haltern die meisten Fehler gemacht!

Heute haben Beide zusammengefunden und sind unzertrennlich und die Papageienhaltung macht Fam. H. wieder Freude .

Wir sind Herrn Adler unendlich dankbar, dass er uns davon überzeugt hat, dass unsere Charly einen Partner braucht. Auch sind wir dankbar für seine Unterstützung, einen geeigneten Partner für Charly zu finden und für all die guten Ratschläge und Hilfe bei der Zusammenführung von Charly und Pedro.

Mittlerweile verstehen sich die beiden richtig gut. Pedro sucht permanent Charlys Nähe, und aus Charly ist ein so lieber und ausgeglichener Vogel geworden. Nicht zuletzt freut es uns, dass wir Pedro, einem Tierschutz-Tier, ein schönes zu Hause geben konnten, und dass er sich bei uns wohl fühlt.

Mit freundlicher Genehmigung von Familie H.